Was ich an Solospielen liebe
Auch wenn ich Spieleabende mit anderen genieße, gehört meine große Leidenschaft den Solospielen. Für mich sind sie keine Notlösung, sondern eine eigene, andere Art, ein Spiel zu erleben.
Nur ich und das Spiel
Und eine Tasse Tee, denn die koche ich mir immer, wenn der Aufbau erledigt ist. Dann setze ich mich an den Tisch, und irgendwann, nach ein paar Partien, schaue ich auf die Uhr und wundere mich, wie es so schnell so spät geworden ist. Während ich alleine spiele, bin ich voll auf das Brett, die Karten, Plättchen oder Würfel konzentriert, die vor mir liegen. Das hat für mich fast schon etwas Meditatives.
Ein paar Stunden Offline-Zeit für mich
Einen großen Teil meiner Lebenszeit verbringe ich im Internet. Ich arbeite online im Home Office und studiere an der FernUniversität, sitze also oft und lang am Bildschirm. Daher spiele ich nur noch selten am Computer und habe mich stattdessen den Brettspielen zugewendet.
Während es bei Büchern für mich kaum einen Unterschied macht, ob ich eine Print-Ausgabe oder ein E-Book lese, empfinde ich Computerspiele und Brettspiele als zwei völlig verschiedene Welten. Online-Plattformen, auf denen man bekannte Brettspiele spielen kann, haben mich daher nie wirklich abgeholt. Ich brauche die Haptik der Würfel, Spielfiguren, Plättchen und Karten. Ich will sie anfassen und bewegen, nicht nur über einen Bildschirm schieben.
Manche Spiele zelebriere ich
Das gilt besonders für meinen Favoriten “Obsession”. Kein anderes Spiel kommt bei mir so oft auf den Tisch. Thematisch ist es in der Welt des englischen Landadels angesiedelt und erinnert an Downton Abbey oder die Romane von Jane Austen. Ziel ist es, der gewählten Adelsfamilie zu einem möglichst hohen Ansehen, einem stattlichen Landgut und der Gunst der Fairchild-Erben zu verhelfen. Während ich dies tue, trinke ich stiilecht eine Tasse Earl Grey oder Rosentee und lasse eine passende Playlist laufen, um mich in die richtige Stimmung zu versetzen. Außerdem beziehe ich gerne die kurzen Texte auf den Gästekarten mit ein. Sie sind für das Spiel nicht relevant, aber ich habe Freude daran, beispielsweise den schwermütigen reichen jungen Mann mit der armen jungen Frau mit dem sonnigen Gemüt zusammenzubringen. Wer weiß, vielleicht kann daraus eine Verbindung zum beiderseitigen Vorteil entstehen.
Ich will im Spiel nicht sterben
Und ich will auch nicht, dass mein Versagen den Tod anderer Spielcharaktere verursacht. Daher mag ich keine Spiele, in denen ich ums Überleben kämpfen muss. Ich tauche im Spiel lieber in ungefährlichere, nicht potentiell tödliche Welten ein und versuche mich als Kartographin, Wissenschaftlerin oder adeliges Familienoberhaupt.
Eine Ausnahme bildet “Das Streben nach Glück”, denn hier ist der Tod nicht das Ergebnis von Pech oder falschen Entscheidungen im Spiel, sondern der Endpunkt, denn es handelt sich um eine Lebenssimulation, die in der Jugend beginnt und mit dem eigenen Ableben endet.
Meine Spielzeit ist für mich, nicht für den “Gegner”
Bei manchen Spielen erfordert der Solomodus, relativ viel Spielzeit mit den Zügen des Gegners zu verbringen. Darauf habe ich nur wenig Lust. Wenn ich wie bei “Obsession” in jeder Runde einmal würfeln und etwas vom Markt entfernen und gelegentlich meine Punkte mit denen auf der Gegnerkarte abgleichen muss, ist das völlig in Ordnung. Mir macht es jedoch keinen Spaß, wenn die Gegenzüge fast so aufwändig sind wie meine eigenen. Viel lieber mag ich es, wenn es entweder keinen oder nur einen sehr simplen Automa-Gegner gibt. Das Spiel an sich darf gerne etwas komplexer sein, die Gegenzüge nicht.
Spielt ihr auch gerne solo? Was sind eure Favoriten?
0 Kommentare
Der angegebene Name darf auch ein Nickname sein. Die Mailadresse wird vertraulich behandelt und nicht weitergegeben. Weitere Informationen zur Verarbeitung Deiner Daten findest Du in der Datenschutzerklärung.